NSG Loben

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Als „Loben" wird ein etwa 100 ha großes Flachmoor nordwestlich des Ortes in Richtung Gorden bezeichnet, welches sich im Durchbruchsbereich des Kirchhain-Finsterwalder Beckens im Norden zum Urstromtal der Schwarzen Elster im Süden bildete. Es zählt zu den sogenannten Torfmoosmooren und ist Namensgeber für das gleichnamige Naturschutzgebiet (NSG), welches bereits 1981 ausgewiesen und im Jahre 1995 auf nunmehr insgesamt 1.668 ha erweitert wurde.

Hydrologisch stellt der Loben in den Randbereichen und Teilen des Hauptbeckens ein vom Grundwasser gespeistes Versumpfungsmoor dar. Auf Grund unterschiedlicher Phasen der Moorbildung hat sich im zentralen Bereich dieses Moorbeckens nach zunächst kurzer Torfbildungsphase ein etwa 1,50 m tiefer Flachsee gebildet, der dann verlandete und somit anfänglich eine Verlandungsmoorphase durchlief. Erst nach dessen Verlandung und durch einen weiteren Grundwasseranstieg kam es auch hier zum Aufwachsen eines Versumpfungsmoores.
 
 Wiedervernässung 1  NSG Loben2
   
 

Das gesamte Gebiet wurde maßgeblich in den letzten Jahrhunderten durch große Waldbrände, Entwässerungsmaßnahmen und den Kohlebergbau im Osten und Süden beeinflusst.

Im südlichen Teil des NSG erfolgte bis vor wenigen Jahren eine gewerbsmäßige Torfgewinnung für gärtnerische Zwecke und medizinische Anwendungen, die offene Gewässerflächen hinterlassen hat, welche nunmehr langsam wieder verlanden und der Landschaft einen besonderen Reiz verleihen.
 

Schwäne

 
Naturinteressierte Touristen suchen hier besonders gern die alten, nunmehr mit Seerosen überzogenen Torfstiche an der „Moorlinie" auf, wo mit ein wenig Glück auch verschiedene Wasservögel wie mehrere Schwanenfamilien und verschiedene Entenarten beobachtet werden können.
 

Moorlinie

 
 

Selbstverständlich haben die schaurig-schönen Waldmoore auch für die entsprechende Sagenwelt gesorgt. So kennen wir die Geschichten vom Lobenhirtchen und einer untergegangen Dorfflur sowie die Sage vom bösen Ritter Hans von Lympach auf dem Schlossberg nördlich des Loben.

Charakteristisch für unsere feuchte Moorlandschaft ist der in weiten Teilen flächendeckend vorkommende und bis zu zwei Meter hoch wachsende Adlerfarn, von den Hohenleipischern auch „Parportsch" (von altsorbisch papros, auch paprot = Farnkraut) genannt.

Weiterhin finden sich Sumpfporst, Wollgras, Glockenheide, Sonnentau, Seeadler, Moor- und Laubfrosch, der Eisvogel, die Ringelnatter und viele andere seltene Tier- und Pflanzenarten im Gebiet wieder. Für die Kreuzotter und die Niederlausitzer Tieflandsfichte sind die Moorwälder wichtige Rückzugsgebiete.

Durch die umfangreichen Entwässerungen der letzten Jahrhunderte trockneten viele Moore in der Lobenniederung aus und starben durch die dadurch einsetzenden Mineralisationsprozesse  unwiederbringlich ab.

Um diese Entwicklung zu stoppen und möglichst ein neues Moorwachstum zu initiieren wurden von der Oberförsterei Elsterwerda seit etwa zehn Jahren vor allem im Forstrevier Hohenleipisch zahlreiche dafür geeignete wald- und wasserbauliche Maßnahmen im Rahmen des „Moorschutzprogramms im Brandenburger Wald" durchgeführt.

Besondere Bedeutung hatten dabei Wasserbauprojekte, die in den Jahren 2003 bis 2006 durch den Gewässerverband „Kleine Elster - Pulsnitz" umgesetzt wurden, um den Wasserrückhalt im Gebiet zu verbessern und ausgewählte Moorflächen wiederzuvernässen.
 

Weitere Informationen über


Oberförsterei Hohenleipisch

Landesbetrieb Forst Brandenburg

Leiter: Uwe Lewandowski
Berliner Str.37

04934 Hohenleipisch

 
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